Archiv für den Autor: bobbyhalen

Ein halbes Jahr ist vergangen

Statt beim letzten Beitrag -19 Grad, sind jetzt +19°C. Ich glaube, Sommer ist mehr so mein Ding.

Die Pepajstory, die sich an den letzten Beitrag anschloss ist auf jeden Fall besser als jede Doku-Soap…also bleibt gespannt – ich weiß selbst noch nicht, wie sie ausgeht…

Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben

Eines Tages trug sich zu, dass ich mich verliebte. Nicht unsterblich, nicht Bedingungslos. Es hat auch nicht sofort gefunkt, also ein bisschen Hingezogen habe ich mich schon gefühlt, aber es war keine Liebe auf den ersten Blick. Überhaupt, Liebe auf den ersten Blick, das ist so ein Ideal, ein wenig erseht sich das doch jeder herbei, oder? Aber wie viele Kriterien müssen erfüllt sein, damit das wirklich funktioniert? Das ist dann schon ein bisschen wie ein Sechser im Lotto, ich mein, wie viele verschiedene Orte gibt es wo man sich aufhalten kann? Wie viele verschiedene Stimmungen kann man haben? Oder wie viele verschiedene Vorstellungen von oder Erwartungen an die Liebe gibt es?

Was sagt die klassische Literatur über unsterbliche Liebe? Entweder eine Beziehung wird von außen gestört bzw. verhindert (zum Beispiel bei Romeo und Julia [Shakespeare], Die Leiden des jungen Werther [Goethe], Kabale und Liebe [Schiller]) oder die Liebe wird nicht erwidert (Weiße Nächte [Dostojewski], Erste Liebe [Turkenjew]). Der erstere Fall ist in der westlichen, vielfältig befreiten Welt kaum noch möglich. Die zweite Vorstellung führt wahrscheinlich zu unzähligen strafrechtlich relevanten Handlungen.  Also keine große Hilfe beim Finden der großen Liebe auf den ersten Blick…

Nun könnte man sich mit heißer Milch gesüßt mit Honig in sein Bettchen zurückziehen und in Embryonalstellung einrollen. Man könnte darüber schmollen, dass die große Liebe noch nicht an die Tür geklopft hat. Wenn man dann so gesehen wird, findet das vielleicht sogar jemand total süß?

Oder man geht zu Singleparties, Speeddatingveranstaltungen, meldet sich bei Parship an, optimiert sein Profil oder wischt fleißig bei Tinder und hofft, dass Amors Pfeil zwei Menschen trifft.

Ich kenne niemanden, der sich ernsthaft bei allen nur möglichen Gewinnspielen anmeldet, nur um sich einen sehnlichen Wunsch zu erfüllen z.B. ein Auto zu bekommen. Die Meisten gehen arbeiten und  kaufen es sich einfach. Gut der Vergleich hinkt, man kann sich nun mal alles kaufen, nur keine ehrliche Liebe, manche versuchen es aber trotzdem.

Besser finde ich es, das Ideal der Liebe auf den ersten Blick zu verlassen und sich einfach zuerst besser kennen zu lernen. Abstand zu nehmen von Oberflächlichkeit, Selbstdarstellung und Hast. Das wichtigste an einem „wir“ ist es doch, mit den Macken umgehen zu lernen. Routinen und Erwartungen im Leben aneinander anzupassen. Kurz: Einander die Ecken und Kanten kennen und lieben zu lernen.

Nun ist es schon fast ein Jahr her, dass ich Sie zum ersten Mal sah. Sie sah traumhaft aus, ihr Profil sprach mich sofort an, alles erschien so zu sein wie ich mir das immer vorgestellt hatte…

Detaillierte Beschreibung eines Tages

Nachdem ich den Rest der Reise nun nur imaginal und höchst unzureichend beschrieben habe, das Highlight versuche ich jetzt mal ganz ausführlich zu berichten.

23.März 2014 – oder der 4. Tag des Jahres 1394

Morgens wache ich in einem Zelt 10 km entfernt vom Iran-Irakischen Grenzübergang auf. Es ist gegen um 10, ich glaub nach Iranischer Zeit.
Joe ist wie immer Bettflüchtig und betut sich draußen irgendwie. Beim Öffnen des Zeltes wird mir eine Hand entgegengestreckt, relativ dunkel. Sie gehört zu einem Mann mit Schlabberstrampelanzug in grauer Farbe und einem sehr hübschen Gürtel. Er hat ein Lächeln und zwei Zähne in seinem Mund. „Salam“
Halb verschlafen gebe ich ihm die herzliche Begrüßung zurück.
Im Dunkeln haben wir das Zelt an einem bildhübschen Ort aufgebaut. Um uns herum herrliche Berge, ein reißender Fluss mit etwas Auenwald gesäumt.
Dieser wird gerade gefällt und zu einer modernen Straße umgebaut. Die Begrüßung stammt von einem der Bauarbeiter.
Nachdem wir alles zusammengepackt haben, geht es per Anhalter in einem Toyota Jeep in den nächsten größeren Ort der Fahrer ist Polizist.  Wir wollen gerade ein Schild malen, da hält prompt der nächste Fahrer an und nimmt uns mit nach Diyanah, es ist ein Soldat. Dieser vermittelt uns dann irgendeinen Fahrer der uns zum Busbahnhof fährt, wir tun so als würden wir zum Bus gehen und nach einem kleinen Spaziergang um den Block geht es dann einen Kilometer weiter bis zum Abzweig. Ein Polizist in einem Toyota Jeep bringt uns zur nächsten Ortschaft. Ohne irakischem Geld und ohne Essen ist es natürlich etwas unerfreulich. Also suchen wir einen Gemüseladen um dort Dollar zu tauschen, doch anstatt einen solchen zu finden treffen wir auf einen unheimlich lieben Herrn. Er ist seit zwei Tagen nach vier Jahren wieder in seinen Heimatort zurückgekehrt und tauscht mit jedem zweiten der uns begegnet 5 Küsschen und ein paar nette Worte auf Kurdisch aus. Von ihm werden wir zu einem Juwelier geführt und kurz danach mit einem Portmonee voller Dinar zur Imbissbude mit Minimax an Auswahl gebracht. Aber das muss nichts schlechtes Bedeuten, von der gesamten Auswahl nehmen wir beides jeweils zwei mal und werden davon gut genährt (Kebap und Falafel). Wohl genährt bringt uns ein Fahrer bis zur Einfahrt seines Ortes und überreicht uns eine Packung Irakischer Kekse. Eigentlich wollte ich die ersteinmal einpacken, doch so richtig komme ich nicht dazu, ein Ingenieur hält seinen Hyundai an und bringt uns einige Kilometer weiter. Der nächste Fahrer ist ein Kurde der am liebsten nach Amerika gehen würde, ein Soldat, er bringt uns bis Qandil. In einer unerwartet grünen Landschaft sitzen mehrere Familien auf der Wiese im Schatten ihres Wagens und eines Baumes und feiern Nowruz, (eine Art Weihnachten und Silvester zusammen, nur zwei Wochen lang) Von diesem Idyllischen Plätzchen zieht es den vom Ehrgeiz getriebenen Joe leider schnell weiter. Nach nur wenigen Minuten nimmt uns auch ein Fahrer zu einem Punkt am nächsten Highway mit, an dem wir auf den nächsten den Fahrer treffen. Es ist ein älterer Herr, ein Polizist mit einem Toyota Jeep er bringt uns nach Agrah. Kaum habe ich dort meinen Rucksack aus dem Auto herausgehoben, werden wir von Passanten zum Tee eingeladen. Dabei unterhält sich Joe sehr angestrengt mit einem Mann der ganz gut Englisch spricht. Als Joes Blick mal kurz zu mir schweift fällt ihm auf, dass ich eine Polizeipistole interessiert in Händen halte und mustere. Um ihn nicht weiter zu verunsichern gebe ich sie lieber schnell ihrem netten Besitzer mit einem höflichen „Spas“ zurück.
Nach zwei weiteren zwei Tee drängen wir wieder zum Aufbruch, doch dieser muss wohl vorbereitet sein, also holen wir uns noch zwei Eis und kommen noch mit einem Jungen ins Gespräch, der kein Wort von uns versteht. Aus dieser Verlegenheit bringt uns ein werter Herr der uns nett seinen Ausweis zeigt. „Police comissioner“ überrascht wühlen wir also unsere Reisepässe heraus und helfen ihm, diese zu verstehen, „Alman Passport!“, „Nein, der Stempel ist hier, Nein, das ist das Iran-Visum nicht die Seite mit unserer Identität.“ Ein wenig peinlich betroffen zieht der Herr sich mit der dümmsten aller Fragen zurück: „What are you doing here?“ belustigt über diese aufgrund Offensichtlichkeit kaum in Überflüssikeit zu übertreffende Frage (wir haben beide zwei dicke Rucksäcke bei uns und sehen nicht gerade nach Terroristen im westlichen Sinnbild aus…) geben wir ihm ein nettes „Tourism“ zurück. Eine Begegnung die er scheinbar auch zum ersten mal in seinem Bezirk gemacht hat. Er wird abgelöst von einem Mann der unser Teegespräch mitverfolgt hat.  Er will uns nach Dahuk bringen, ein wenig verwirrt erklären wir ihm, dass wir natürlich kein Geld bezahlen und erst noch das Kurdistanmärtyrerwandbild fotografieren möchten. Mit beidem hat er keine Probleme und so kommen wir der Irakisch-Türkischen Grenze bereits gegen um 5  relativ nah (50km). Er bringt uns zum Busterminal von Dahuk, was aber auch glücklicherweise auf der Strecke liegt. Dazu werden wir noch zum kulturell ungewöhnlichsten Klo eingeladen, es ist entweder eine Moschee mit eingebautem Klo oder ein Klo mit eingebauter Moschee. Sprich, man muss die Schuhe ausziehen um auf das Klo zu gehen… Dadurch werde ich darauf aufmerksam, dass es eventuell mal sinnvoll wäre, mir nach einigen Tagen, endlich mal die Füße zu waschen und mir frische Socken anzuziehen…
Unsere netten Gastgeber verabschieden sich aufgrund meiner ausgiebigen Ausnutzung dieser heiligen Halle (Fußhygiene) dann doch und gehen in ihr Juweliergeschäft.
Weiter geht es für uns dann zum nächsten Kebapladen, der sich als Syrisches Spezialitätenrestaurant entpuppt. Beim Hereinkommen wollte Joe gleich wieder fliehen, es sei doch gar kein Platz. Doch Platz ist in der kleinsten Hütte und so wurden wir von einem netten Herrn an seinen Tisch eingeladen und ein Stuhl herbeigeschafft. Das dies auf ein nettes Gespräch über Syrien hinauslaufen würde hätte ich nicht erwartet und schon gar nicht, dass wir das Mahl nicht einmal bezahlen dürfen. Wohlgestärkt und mit geweitetem Geist ging es dann wieder an die Straße wo zumindest Joe seinen Gastauftritt in den Regionalen Fernsehnachrichten haben könnte.

Ein Toyota Jeep, man könnte meinen, dass es das einzige Auto im Irak ist, dem ist nicht so, aber es lässt darauf schließen, dass das Geld im Staatsdienst erwirtschaftet wurde es handelt sich wieder um einen Polizisten. Der nächste Fahrer ist dann ein Türke er bringt uns dann bis zur Grenze, erstaunlicherweise scheinbar ohne ein Wort von dem zu verstehen was wir
ihm erklären wollen.

Die Grenze.
Kaum das wir aus dem Auto aussteigen kommt ein Junge zu uns und redet mit dem Fahrer. Er deutet uns ihm zu folgen. Er führt uns zu einem Van. Ich erkläre ihm, dass wir kein Geld bezahlen, er versucht uns zu erklären, dass wir doch bitte 3 Stangen Zigaretten über die Grenze schmuggeln sollen und dafür kostenlos mitgenommen würden. Überzeugt, das nur eine Stange erlaubt sei handeln wir auf eine Stange herunter. Als wir dann also im Fahrzeug sitzen kommt ein weiterer Mann an und fängt wieder von vorne an zu verhandeln. Dies nehmen wir als Anlass unsere verblasste anfängliche Freude über ein kleines Abenteuer zum Ausdruck zu bringen und steigen wieder aus. Gehen wir doch lieber zu Fuß als sich Menschen anzuvertrauen denen man besser nicht vertraut.
Vom Parkplatz herunter laufen wir zur nebenstehenden Verkehrspolizei und Fragen, wo der Grenzübergang für Fußgänger ist. Etwas verwirrt schauen beide uns an und haben uns wahrscheinlich kaum verstanden. Pflichtschuldig zeigen sie dennoch in Richtung Grenze und sperren die Schnellstraße kurz für uns ab, damit wir sicher über die Straße gehen können. Auf der anderen Seite lächeln uns zwei Soldaten an, um uns ebenso die Richtung zu weisen. Am Eingangstor zum Grenzkomplex ist ein Mann in zivil und möchte unsere Pässe sehen. Getreu nach dem Motto bei Passkontrollen: „Uniform oder Polizeiausweis“ geben wir diese erst, nachdem er letzteren aus der hintersten Ecke seines Portmonees herausgekramt hat.
Ein dazugeeilter Beamter der deutsch versteht instruiert uns, dass man über den Übergang eigentlich nur mit Auto oder Taxi passieren kann. Er gibt uns den Hinweis, dass wir sagen sollen, wir hätten es eilig wegen unseres Fluges.
Joe nutzt die Gelegenheit um noch eine Wissenslücke zu schließen (5 Stangen sind erlaubt…)
Am Schalter der Passstempelstelle empfängt uns ein leerer Raum mit drei Polizisten hinter ihrer Scheibe und offensichtlich zu wenig Bedeutung. Wir überreichen ihm den Pass und warten auf eine einfache unbürokratische Bearbeitung also einen Stempel und eine Registrierung im System und gut.
Da kommt eine dumme Frage (2 wilde Kerle mit zwei großen Rucksäcken…) und noch eine „Have you a car?“
Natürlich nicht. „It is Not possible“ ich Frage nach dem Grund. Eine Denkpause auf der anderen Seite „It’s dangerous“ (wie oft wir den quatsch auf unserer Reise als Ausrede für den letzten sinnlosen Bockmist schon gehört haben, fast immer aus dem Mund von ungebildeten Polizisten)
Nachdem ich dem Polizisten den Sinn seines Daseins erklärt habe hat er ein einsehen und stellt fest, dass er uns nicht für dumm verkaufen kann. Also versucht er es auf dem Bürokratischen Weg: Geht bitte zu meinem Chef, der ist da drüben…“Wo jetzt? Können sie uns hinbringen? (bürokratie muss der bürokratie weh tun!)
Also bringt er uns zunächst zum nächsten Checkpoint an dem ein Polizist in Zivil nicht unsere Pässe ausgehändigt bekommt, weil er wahrscheinlich seinen Ausweis nicht dabei hat. Und zeigt auf die Tür seines Chefs. Vom Eintreten werden wir von einer Wache abgehalten. Also machen wir ihn zu unserer Marionette, wir schicken ihn mit unserem Problem zu diesem Chef. 5 Minuten später sind wir wieder unterwegs zur Passstempelstelle um diesmal einen vollen Raum vorzufinden. Durch den Kulturkreis bereits im agressiven Vordrängeln geübt gehen wir zielgerichtet zum bereits bekannten Beamten. Dieser versucht mittels der Deppenfrage seine außerordentlich niedrige Intelligenz abermals unter Beweis zu stellen – ja, wir sind immer noch Touristen. Auch ein mehrfaches Stellen dieser Frage bringt uns nicht dazu von dieser schockierenden Wahrheit Abstand zu nehmen. Offensichtlich hat dieser bedeutungslose Beamte einen Anruf von oben bekommen und so bekommen wir unsere Stempel und einen Zettel auf dem auf kurdisch steht, dass wir zu Fuß passieren dürfen. Bei den nächsten zwei Checkpoints spielen wir als theatralische Meisterleistung ein Auto um unser Unverständnis über diese Regelung auszudrücken. Der Auftritt kommt gut an und unser Auto wird einfach lachend durchgewunken. An der nicht enden wollenden Autoschlange schlängeln wir uns flugs vorbei.

An der Fahrzeugprüfstelle treffen wir auf Zöllner und wir spielen unser plausibles Theaterstück erneut. Erheitert laden diese uns zum Tee ein, ich nutze die Gelegenheit um das wirklich letzte Klo auf Irakischer Seite zu benutzen. Desweiteren erwirke ich die Erlaubnis ein Erinnerungsfoto anfertigen zu lassen ( der Chef geht dafür extra 5 Minuten um die Ecke) wir bekommen noch ein wenig Wasser in einem Joghurtbecher und eine große Flasche Pepsi und einige Becher. Um das Picknick noch ein wenig auszugestalten bieten wir im Gegenzug die geschenkt bekommenen Kekse an. Wir unterhalten uns über Schmuggler, Techniken des Schmuggelns und was es so alles an Schmuggelgütern gibt. Auch wenn uns nicht klar geworden ist, warum das Ausreiseland nach Zigaretten schaut, obwohl doch die Preise dort geringer sind und somit der Anreiz des Staates, mit dem Verkauf Geld zu verdienen eher dazu führt dort nur wenig Arbeit darauf zu verwenden, dies zu verhindern…
Nach etwa einer halben Stunde auf der Couch bei den netten Zöllnern brechen wir langsam auf, die Leute in der Autoschlange sollen ja schließlich auch mal über die Grenze kommen können :-D. Der Chef eilt uns sogar noch nach, weil er vergessen hat auf unseren Pass zu schauen 😀
Er hieß übrigens Farhad, lustigerweise genauso wie der ersten Kurde den wir auf unserer Reise liebgewonnen haben 🙂
So schließt sich also der Kreis.
Unser neuerliches Theaterstück beim letzten irakischen Checkpoint lässt uns auch diesen schnell passieren.
Auf türkischer Seite erwartet uns wieder eine sehr lange Schlange wartender Autos die wir mit raschem Marsch schnell hinter uns lassen. Auf Türkischer Seite schaut uns die Frau an der ersten Kontrollstelle entgeistert an, wie wir ohne Auto dort nur ankommen konnten und verweist uns an ihren Kollegen.
Dieser fragt uns, wo unser Auto sei. Ein Verweis auf unsere vier Füße lässt auch ihn von unserem Willen, einfach über die Grenze zu laufen überzeugt sein. Er verweist uns an die Xraystation wo unser Gepäck kurz durchleuchtet wird und festgestellt wird, das wir ja gar nix böses mit hatten. Auf dem Weg zur nächsten Station will uns ein Polizist stoppen und lässt uns ein Stück zurück gehen, bis sein Vorgesetzter uns ziehen lässt. Wie Hirnfrei eine Hierarchie doch in ihrer Basis funktioniert…
Wie an jedem der 4 Duty-Free-Shops versuche ich den Leuten zu erklären, wie eine Banane aussieht, Gelb, gebogen frisch. Doch scheinen sie das hier noch nicht zu kennen…
Weiter geht es dann zur Passstempelstelle, ein wenig verdutzt schaut uns der Beamte an, als ich ihm erkläre, dass der Motor unseres Autos biologisch funktioniert.
Er ergibt sich dem Schicksal und stempelt, dass wir in der Türkei sind. Tschakka.

Auf dem weiteren Weg haben wir dann noch einige Eier, Brot und Tomaten im letzten Duty-Free-Shop gekauft. (auch hier hatten sie nichts von dem Luxusgut Banane gehört)
Vor dem letzten Checkpoint möchte ein Fahrer seine Dienste anbieten, doch unser Ehrgeiz die gesamte Grenze zu Fuß überquert zu haben ist stärker.
Den letzten Grenzer habe ich mit meinen hübschen Radkappen überzeugt. Gelb, Staubig und aus Leder.
JUHEE Turkiye

Nach dem Posten nehmen wir das Angebot des Fahrers doch an, uns bis hinter Sinopi mitzunehmen.

Dort angelangt befinden wir uns nun auf einer im Bau befindlichen Raststätte. Hier haben wir unser Zelt auf dem Dach der Toilette aufgebaut, Kontakt mit den Bauarbeitern aufgenommen und stehen so jetzt im Schutze eines Mannes mit einer Schrotflinte um die Drecksköter der Umgebung auf Abstand zu halten.

Wir werden nun in Hörweite der Syrischen Grenze schlafen, 10 km entfernt von der Türkisch-Irakischen Grenze. Es war ein langer Tag
Mir wurde übrigens von einem Mann mit einer dunklen Hand und wenig Zähnen im Mund und einem Lächeln so etwas wie Gute Nacht gewünscht.

.